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Erfahrener Wasser-Technik-Experte und Unternehmer mit umfangreicher Erfahrung in der Technologieentwicklung, im Technologietransfer und im Wissensmanagement innerhalb der Wasserindustrie. MBA von der EMLYON Business School, Empfänger des slowenischen Innovationspreises
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Gelöster Sauerstoff und Henry’s Gesetz
Um zu verstehen, warum warmes Wasser weniger Sauerstoff enthält, beginnen wir mit Henry’s Gesetz, einem Prinzip der physikalischen Chemie. Es besagt:
Die Menge an Gas, das in einer Flüssigkeit gelöst ist, ist proportional zum Partialdruck des Gases und wird umgekehrt von der Temperatur beeinflusst.
Einfacher ausgedrückt:
Je kühler das Wasser, desto leichter können sich Sauerstoffmoleküle aus der Luft lösen.
Je wärmer das Wasser, desto schwieriger ist es für Sauerstoff, in Lösung zu bleiben.
Das bedeutet, dass die Temperatur direkt die Gaslöslichkeit steuert, und Sauerstoff ist keine Ausnahme.
Erhöhte molekulare Aktivität in warmem Wasser
Bei höheren Temperaturen:
Bewegen sich Wassermoleküle schneller.
Kollidieren sie häufiger.
Bildet sich weniger stabile molekulare „Taschen“, die in der Lage sind, gelöste Gase zu halten.
Im Wasser gelöster Sauerstoff wird durch schwache physikalische Kräfte gehalten. Wenn die molekulare Bewegung zunimmt:
Werden diese Kräfte gestört.
Werden Sauerstoffmoleküle aus der Lösung gedrängt.
Entweichen sie zurück in die Luft.
Deshalb sind zum Beispiel:
Kalte Gebirgsbäche reich an Sauerstoff.
Warme stehende Teiche leiden oft unter Sauerstoffmangel.
Warmwasser beschleunigt die Gasflucht
Wenn Wasser erhitzt wird, nimmt die Gaslöslichkeit nicht nur deshalb ab, weil sich Sauerstoff weniger leicht löst, sondern auch weil:
Gelöster Sauerstoff schneller aus dem Wasser diffundiert.
Höhere Temperaturen höhere Verdunstung und Oberflächenbewegung bedeuten.
Sauerstoffmoleküle eine größere Neigung haben, die flüssige Umgebung zu verlassen.
Dieser doppelte Effekt — schlechtere Löslichkeit und schnelle Flucht — erklärt, warum der DO-Gehalt bei warmen Bedingungen stark abfällt.
Höhere Temperaturen erhöhen den biologischen Sauerstoffbedarf
Warmes Wasser enthält nicht nur weniger gelösten Sauerstoff — Lebewesen darin verbrauchen Sauerstoff schneller, wodurch ein doppelter Stress entsteht.
Wärmere Temperaturen beschleunigen den Stoffwechsel von:
Fischen
Mikroorganismen
Pflanzen
Algen
Da die Stoffwechselraten steigen:
Verbraucht die Atmung mehr Sauerstoff.
Beschleunigt sich der Abbau.
Vermehren sich die Mikroben schneller.
Also, im warmen Wasser:
Steht weniger Sauerstoff zur Verfügung.
Wird mehr Sauerstoff verbraucht.
Dieses Ungleichgewicht kann zu einer schnellen Erschöpfung des DO führen, insbesondere in geschlossenen oder nährstoffreichen Systemen.
Auswirkungen in der Landwirtschaft und Hydrokultur
In Bewässerungs- und Hydrokulturreservoirs kann hohe Wassertemperatur eine Kaskade negativer Effekte erzeugen:
Niedrigere DO schwächt Wurzeln
Pflanzenwurzeln sind für die Atmung auf Sauerstoff angewiesen. Wenn der DO abnimmt:
Verringert sich die Nährstoffaufnahme.
Schwächen sich die Schutzfunktionen der Zellen.
Niedriger Sauerstoff begünstigt schädliche Mikroben
Warmes, sauerstoffarmes Wasser ist die ideale Umgebung für Krankheitserreger wie:
Bestimmte anaerobe Bakterien
Die Kombination aus warmem Wasser und niedrigem DO erhöht das Risiko von Wurzelfäule erheblich.
Wasserqualität verschlechtert sich
Wärmeres Wasser fördert:
Algenblüten
Biofilmbildung
Höhere mikrobiologische Belastungen
All dies verbraucht Sauerstoff und verschlimmert das Problem.

Wie viel Unterschied macht die Temperatur?
Obwohl die genauen Werte von Salzgehalt und Druck abhängen, sind typische Süßwasserbeispiele:
Wassertemperatur | Ca. DO-Sättigung |
|---|---|
10°C (50°F) | ~11 mg/L |
20°C (68°F) | ~9 mg/L |
30°C (86°F) | ~7 mg/L |
Durch einfaches Erhöhen der Wassertemperatur von 20°C auf 30°C kann die Sauerstoffkapazität um 25 % oder mehr sinken, noch bevor der biologische Bedarf berücksichtigt wird.
Kühlung des Wassers verbessert DO auf natürliche Weise
Anders als bei der Zugabe von Nährstoffen oder Chemikalien ist die Verbesserung des DO durch Kühlung einfach und effektiv:
Keine künstlichen Zusätze
Keine Pumpen erforderlich (obwohl Belüftung hilft)
Stabilere Wurzel- und Mikrobenumgebung
Sogar eine kleine Temperaturreduktion von 2–5°C (4–9°F) kann den gelösten Sauerstoff signifikant erhöhen und den Stress der Pflanzen reduzieren.
Schlussfolgerung
Warmes Wasser enthält weniger gelösten Sauerstoff, weil:
Höhere Temperaturen die Gaslöslichkeit gemäß Henry’s Gesetz reduzieren.
Erhöhte molekulare Bewegung Sauerstoff physisch aus der Lösung drängt.
Warme Bedingungen den Sauerstoffverbrauch durch Lebewesen beschleunigen.
Diese Kombination macht warmes Wasser zu einer risikoreichen Umgebung für Sauerstoffmangel, Pflanzenstress und die Entwicklung von Krankheitserregern. Das Kühlhalten von Bewässerungs- oder Hydroponikwasser — oft unter 22-24°C (72-75°F) — hilft, gesunde gelöste Sauerstoffwerte aufrechtzuerhalten, unterstützt stärkere Wurzeln und reduziert das Krankheitsrisiko auf natürliche Weise.
Bei Waboost spezialisieren wir uns darauf, dem Wasser so effizient wie möglich gelösten Sauerstoff hinzuzufügen. Besuchen Sie unsere Seite über Nanobubbles, um mehr zu erfahren.




